Mittwoch, 29. Dezember 2010

30 Grad im Dezember

Aaaaaalso:
Zuerstmal haben wir "endlich" einen neuen Herd, mit dem wir auch schon direkt Weihnachtsplätzen verbrannt haben.Das ist nämlich gar nicht so einfach mit einem Gasbackofen die Temperatur zu regeln. Aber ja, wir haben es dann trotzdem auch hinbekommen leckere Plätzchen nach deutschen Rezepten zu backen, die wir zu Weihnachten auch prompt verschenkt haben. Mit unserem neuen Backofen können wir jetzt auch ganz wunderbare Dinge zaubern, wie Lasagne, Nudelauflauf, Pizza - also alles ausser Reis und Hühnchen. Wobei wir könnten einen Reis-Hühnchen-Auflauf machen... hmmm.
Aber zum Anfang des Monats: Am 8. Dezember war hier Muttertag, weswegen wir frei hatten. Da deshalb natürlich keiner im Büro war, musste der Muttertag schon am 6. Dezember gefeiert werden. Es gab hier also schon Mittags Wein und leckeres Essen - in Jules FlipFlops, die sie extra vors Zelt gestellt hatte, waren aber leider keine Süssigkeiten oder Nüsse. Da war sie etwas enttäuscht... Jule hat den Muttertag in Panama-City verbracht und ich bei unseren Nachbarn, wo ich Schildkröteneier, die der Sohn vom Strand mitgebracht hatte, probieren durfte. Sehen aus wie Tischtennisbälle, sind super salzig, das Eiweiss ist, auch wenn gekocht, noch flüssig und das Eigelb schmeckt ein bisschen wie "normales" Eigelb vom Hühnerei. Ebenfalls habe ich am Muttertag ein Huhn geschlachtet. Das war mal eine Erfahrung... Die Fotos von dem Huhn ohne Kopf, oder wie ich Gedärme ausnehme, ersparen wir euch lieber. Aber war schon ein Erlebnis. So was macht man ja (nicht mehr) alle Tage - in Deutschland.
Jules Geburtstag hat sie am Strand gefeiert und Abends waren wir lecker mexikanisch Essen. Ich konnte nicht mit zum Strand, da ich einen Gesangs- und Malwettbewerb in einer Schule vorbereiten musste. Da sind wir dann am 10. Dezember auch zusammen hin und haben Jury "gespielt".
In der Woche drauf haben wir das "Spenden-Centrum" von Cepas betreut, was die hier mal eben aus dem Boden gestampft haben. Wegen des vielen Regens sind nämlich einige Teile des Landes überschwemmt und viele Familien haben alles verloren. Cepas und Radio Veraguas (ein Stockwerk tiefer) haben also einen Spendenaufruf gestartet und so wurden wir kurzerhand zu den Verantwortlichen für die Spenden erklärt. Wir haben also den lieben langen Tag Essen und Kleidung sortiert und in schwarze Säcke gepackt. Am Ende der Woche gabs dann noch eine Überraschung, denn ohne grosse Ankündigung kam auf einmal der Ministerpräsident von Veraguas vorbeigeschneit. Mit Polizeiaufgebot und allem drum und dran. Das Fernsehen war auch da und weil wir uns als Verantwortliche natürlich nicht davonstehlen konnten/wollten, waren wir auch in den panamaeischen Nachrichten - haben wir allerdings nicht gesehen, weil uns keiner gesagt hat, wann unser Fernsehauftritt "on air" war. Aber jetzt waren wir schon im deutschen und panamaeischen Fernsehen - wir werden noch berühmt!!!
In der Woche vor Weihnachten waren wir mit Silvio unterwergs in verschiedenen Bergdörfern und haben mit den Leuten dort Pläne für ihre Arbeit im nächsten Jahr erstellt - und 22 Orangen geschenkt bekommen. Am Mittwochabend waren wir dann auf einer Abschlussfeier einer Grundschule eingeladen. Die Schule war ziemlich gross und modern, was uns schon beeindruckt hat, nachdem wir sonst immer nur Schulen gesehen haben, die aus einem oder zwei Klassenräumen bestehen. Es gab nach der Feier natürlich auch noch ordentlich was zu essen und zu trinken - Whiskey von 1996. Und die Rektorin hat sich so darüber gefreut, dass wir da waren, als wären wir ihre eigenen Kinder, die gerade ihren Abschluss machen. Auf der Rückfahrt haben wir dann einen kleinen Schrecken bekommen, denn uns ist jemand in die Seite gefahren. Also wir sind nicht gefahren, keine Angst. Eine Lehrerin hat uns nach Hause gebracht und hinter der Kathedrale kams dann zum kleinen "Bums". Wir waren erstaunt wie ruhig die Panamaer doch geblieben sind. Hätte man gar nicht so vermutet. Aber vielleicht lags auch daran, dass zwei Frauen am Steuer sassen ;).
Dann war schon Weihnachten - ohne Schnee und Kälte. Aber wir haben trotzdem sehr schön gefeiert. Jule bei der Familie von David in Panama City und ich bei Judith in Santiago. Was für uns neu war bzw. eine Überraschung, war dass man hier bis 12 Uhr wartet, bis man sich "Frohe Weihnachten" wünscht und Geschenke auspackt. Ausserdem gibts auch ein Feuerwerk, dass man sich wie an Silvester draussen anguckt. Wir wurden also herzlichst in das panamaeische Weihnachten mit eingebunden und unsere Kekse haben auch Anklang gefunden :). Weihnachten in der Sonne war somit mal ganz anders - heiss...
Heute feiern wir nochmal den fünften Geburtstag der Enkelin unsere Nachbarn. Hoffentlich mit "Piñata", das ist so eine Figur mit Süssigkeiten drin, die die Kinder mit einem Stock und verbundenen Augen hauen müssen um an die Bonbons zu kommen - haben wir übrigens bei dem Gesangswettbewerb auch schon ausprobiert ;).
Ausserdem sind in diesem Monat überall um uns herum Tierbabys geboren worden. Es stehen jetzt zwei kleine Kühe mehr in unserem Garten, kleine Küken zwitschern überall rum und 5 kleine Hundebabys fiepen den ganzen Tag. Unsere Katze ist auch schwanger und kriegt wahrscheinlich im Februar kleine Katzenbabys - wie süss!
So, jetzt ist das Jahr auch schon fast vorbei - noch 2 Tage. Wir wünschen euch allen einen Guten Rutsch ins Neue Jahr 2011. Für uns gehts im Januar erstmal nach Costa Rica, um unsere Visa zu verlängern, mal sehen was uns da erwartet.

Alles Liebe,
Jule und Luise

P.S. Hier gibts kein Christkind - nur Santa Claus. Aber dafür die kitschigste Weihnachtsdeko der Welt, mit aufblasbarer Krippe im Vorgarten.
P.P.S. Es ist der Wahnsinn, aber die panamaeische Regierung hat sich für 2011 was ganz Spektakuläres überlegt: Es soll "vernünftige" Busse geben. Mit Stoppknöpfen und "freundlichen" Busfahrern, dafür leider ohne laute Musik, Federboas um die Rückspiegel und einem Gedränge, das einem den Atem nimmt - oder einfach die Schuhe. Die haben wir nämlich schon mal verloren, als wir aussteigen wollten, der Mittelgang aber voller Menschen war. Hier die Werbung, die für die Busse im Fernsehen läuft http://www.youtube.com/watch?v=pTBt_LpwM9k

6 Kommentare:

  1. Hi freut mich auch mal hier wieder von euch zu hören....ach ja ne kleine Erklärung warum es in Panama kein Christkind gibt: Panama ist ja fest in katholischer Hand und da das Christkind eine Erfindung von Martin Luther ist kann es ja auf feindes Gebiet keinen Erfolg haben. Also alles gute und einen guten Rutsch in neue Jahr .....ich bin Raus

    AntwortenLöschen
  2. Hallöchen meine Lieben =)
    Schön mal wieder was von euch zu lesen. Das hört sich auch alles so super interessant an. Da kann man echt nut neidisch sein auf euch, die im Ausland sind.
    Mädels, ich wünsche euch einen wunderbaren Start ins neue Jahr.
    Kusjes,
    Fiona

    AntwortenLöschen
  3. Schön, dass ihr's endlich geschafft habt den Panamaern essbare Kekse zu backen ;-) Wir sind daran etwas gescheitert... Habt ihr denn auch den wunderbaren kleinen Plastikweihnachtsbaum mit den Glöckchen gefunden und aufgestellt?
    Viel Spaß mit dem Metrobus, es ist unglaublich, aber er ist mit nur eineinhalb Jahren Verspätung da! :D
    Saludos

    AntwortenLöschen
  4. Hallo ihr Beiden, ersteinmal noch gutes Neues Jahr für euch. Sagt mal warum stellt Jule an Muttertag Schuhe vor die Tür? Liebe Grüße Elisabeth

    AntwortenLöschen
  5. hey elisabeth, vielen dank euch auch ein neues jahr. ich hab meine schuhe rausgestellt,weil doch nikolaus war am 6. Dezember:)
    Gruesse Jule

    AntwortenLöschen
  6. Tach Mädels,

    wollte mal eine kleine Meldung geben das ihr euch einfach mal bei "Goodbye Germany" anmelden sollt und versuchen solltet eine Weihnachtsbäckerei aufzumachen. Die suchen bestimmt so was bei Vox.

    Macht weiter so und an Ostern soll Jule dann mal nen paar eier suchen gehen :D

    Grüße aus Norway

    AntwortenLöschen